Automobilkaufmann/-frau

Voraussetzungen und Dauer

Grundvoraussetzung ist der Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit einem Autohaus, einem Kfz-Teile und Zubehörhändler oder einer Kfz-Werkstatt. Kommunikations- und Teamfähigkeit sind daneben wichtige Grundlagen der Ausbildung. Die Ausbildungsdauer beträgt grundsätzlich 3 Jahre, kann aber bei überdurchschnittlichen Leistungen auf 2,5 Jahre verkürzt werden.

Schulische Inhalte

1. Ausbildungsjahr

Lerngebiet 1: Den Betrieb präsentieren und die betriebliche Zusammenarbeit mitgestalten
Lerngebiet 2: Bestände und Erfolgsvorgänge erfassen und den Jahresabschluss durchführen
Lerngebiet 3: Teile und Zubehör beschaffen und lagern
Lerngebiet 4: Teile und Zubehör verkaufen

2. Ausbildungsjahr

Lerngebiet 5: Werkstattaufträge entgegennehmen und kaufmännische Geschäftsprozesse organisieren
Lerngebiet 6: Neufahrzeuge disponieren und den Verkaufsprozess durchführen
Lerngebiet 7: Gebrauchtfahrzeuge disponieren und bereitstellen
Lerngebiet 8: Finanzdienstleistungen anbieten

3. Ausbildungsjahr

Lerngebiet 9: Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
Lerngebiet 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern
Lerngebiet 11: Wirtschaftliche Einflüsse auf unternehmerische Entschediungen beurteilen und danach handeln
Lerngebiet 12: Kommunikationspolitische Maßnahmen gestalten

Unterrichtsorganisation

1. Ausbildungsjahr (Grundstufe):
1,5 Unterrichtstage pro Woche (8 und 4 Unterrichtsstunden)

2. Ausbildungsjahr (Fachstufe I):
1 Unterrichtstag pro Woche (9 Unterrichtsstunden)

3. Ausbildungsjahr (Fachstufe II):
1 Unterrichtstag pro Woche (9 Unterrichtsstunden)

Prüfungen

Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer besteht aus zwei schriftlichen Prüfungsteilen und der mündlichen Prüfung:

Der erste schriftliche Prüfungsteil findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres im Prüfungsbereich Warenwirtschafts- und Werkstattprozesse statt.

Der zweite schriftliche Prüfungsteil findet am Ende der Ausbildung in den Prüfungsbereichen Fahrzeugvertriebsprozesse und Finanzdienstleistungen, Kaufmännische Unterstützungsprozesse, sowie Wirtschafts- und Sozialkunde statt.

Der mündliche Prüfungsteil wird ca. sechs Wochen nach der schriftlichen Prüfung absolviert und besteht aus einem Kundenberatungsgespräch. In diesem Gespräch berät der Prüfling einen Kunden (Prüfer) zum Beispiel über Finanzierungsmöglichkeiten eines Autos, über Leasing, die Unfallschadenabwicklung oder die Serviceleistungen des Autohauses. Auf alle Inhalte werden die Auszubildenden an der Friedrich-List-Schule vorbereitet.

Bildungsgangleitung

Björn Walczyk
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Weitere Informationen

Welche Inhalte umfasst die Ausbildung zum Automobilkaufmann?

Während der Ausbildung erlernen die zukünftigen Automobilkaufleute den Ablauf bei der Beschaffung und beim Verkauf von Kfz-Teilen und Zubehör sowie von Neu- und Gebrauchtwagen. Des Weiteren vergeben Sie im Autohaus zum Beispiel Termine für Wartungs- und Reparaturaufträge, wickeln Unfallschäden ab und sind bei der Beratung der Kunden über verschiedene Finanzierungs- und Leasingmodelle beteiligt.

Diese Tätigkeiten werden an der Friedrich-List-Schule im Unterricht vertieft. Dazu zählen zum Beispiel Verkaufsgespräche, die Servicelesitungen eines Autohauses, eine Einführung in das Marketing oder ein Überblick über die verschiedenen Finanzdienstleistungen. Selbstverständlich werden auch kaufmännische Grundkenntnisse erworben.

Welche außerschulischen Lernorte und Zusatzqualifiaktionen gibt es?

Manche Lerninhalte der Berufsschule werden durch eine Fahrt zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt oder Hannover, dem Besuch des VW-Werkes in Wolfsburg oder einer Betriebsbesichtigung zur Produktion von Elektrofahrzeugen des Herstellers BMW in Leipzig vertieft. Des Weiteren findet ein Ausflug zum PS-Speicher in Einbeck oder die Betriebsbesichtigung von lokalen Autohäusern statt, da so zum Beispiel praxisorientiert auf die Aufbauorganisation von Autohäusern mit den einzelnen Abteilungen eingegangen werden kann.

Die Schüler haben die Möglichkeit zusätzlich das KMK-Zertifikat Englisch an der Friedrich-List-Schule zu erwerben.

Ab 2020 erhalten alle Auszubildende zum Automobilkaufmann/-frau die Zusatzqualifikation zum EBJA Electronic-Business Junior-Assistant. Bei dieser Zusatzqualifiaktion werden Inhalte über den Online-Vertrieb sowie das Online-Marketing von Fahrzeugen, Kfz-Teilen und Zubehör vermittelt. Am Ende der Zusatzqualifikation legen die Auszubildenden eine gesonderte Prüfung ab und erhalten ein Zertifikat.

Welche Möglichkeiten bestehen nach Abschluss der Ausbildung?

Automobilkaufleute haben nach der Ausbildung sehr gute Berufsaussichten. Naheliegend ist eine Weiterbildung zum/zur zertifizierten Automobilverkäufer/in, zertifizierten Serviceberater/in oder zertifizierten Teile- und Zubehörverkäufer/in. Für Automobilkaufleute, die eine Führungsposition anstreben (Geschäftsführung, Assistent der Geschäftsführung, Abteilungsleitung), ist ein Studium an der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC) in Northeim zu empfehlen.

Beitrag der Schülerradio-AG "FLS On Air!"

Unsere Schülerradio-AG unterhielt sich mit Schülerinnen und Schülern einer Berufsschulklasse der Automobilkaufleute und stellte ihnen Fragen zu ihrem Ausbildungsberuf.


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